[tutorial] Kontur aus Fläche stanzen
  • ThPThP März 2006
    In diesem Minitutorial (mein erstes) zeige ich Euch, wie Ihr eine Kontur aus einer Fläche herausstanzen könnt, so dass der Hintergrund durchscheint. Heute Nachmittag stand ich genau vor dieser Herausforderung und nach kurzem Überlegen und Vollfaseln von Ill66 (danke nochmal für die Geduld!) kam ich dann auf die folgende Lösung.

    Zum besseren Verständnis, wie das Wort "Kontur" gemeint ist, hier das Endprodukt, die Balken sind lediglich zur Verdeutlichung eingebaut:

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    (Fig. 1 - das Endprodukt)

    Die weiße Kontur ist keine Kontur mehr, sondern ausgestanzt, d.h. also, dass man hindurch schauen kann.


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    (Fig. 2 - der Kreis, in den später die Kontur gestanzt wird)

    Erstellt einen Kreis mit Farbfüllung Eurer Wahl, mein Kreis ist 300px x 300px (bei 90ppi; die Breite eines Objektes wird konventionsmäßig in der Grafikbranche immer zuerst genannt, danach die Höhe des Objektes), die Füllung hat den Farbwert 0099cc bei voller Deckkraft (ff), also komplett: 0099ccff. Die Kontur des Kreises hat den Farbwert 0058aeff.


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    (Fig. 3 - die Ausgangsbasis des Polgons)

    Erstellt Euch nun das Polygon, meines hat dieselben Farbwerte für Füllung und Kontur wie der Kreis, die Maße sind: 180px x 171,682px.

    Tipp: wenn Ihr das Aussehen (den "Stil") eines Objektes schnell und unkompliziert auf ein anderes Objekt übertragen wollt, nutzt folgende Tastaturkürzel bzw. Menüpunkte:

    Erst STRG-C zum Kopieren des Objekts in die Zwischenablage, dann, nach Auswahl des Objekts, auf das der Stil angewendet werden soll, STRG-UMSCHALT-V zum Anwenden des Stils.

    Im Menü sind das die Punkte Menü "Bearbeiten - Kopieren" und "Bearbeiten - Stil anwenden".


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    (Fig. 4 - das Ausgangspolygon und das duplizierte und "geschrumpfte" kleinere Polygon)

    So, nun bereiten wir das Ausgangspolygon vor und hier liegt auch der Witz der ganzen Geschichte: in der Folge wird das kleinere Polygon, das Ihr nun erstellt, vom Ausgangspolygon "abgezogen", so dass vom Ausgangspolygon nur noch eine Art Kontur übrig bleibt, der "Innenraum" ist dann leer.

    Dupliziert das Ausgangspolygon per Tastenkürzel STRG-D oder per Menü "Bearbeiten - Duplizieren". Das duplizierte Polygon liegt nun deckungsgleich über dem Ausgangspolygon und wird in mehreren Schritten "geschrumpft". Das erreicht Ihr durch das Tastenkürzel STRG-( oder im Menü unter "Pfad - Schrumpfen". Vier bis fünf Mal genügt, die Stärke der Kontur hab' ich aus Übersichtsgründen reduziert. Das Einfärben des kleineren Polygons ist rein technisch nicht nötig und geschieht hier zur Verdeutlichung.


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    (Fig. 5 - das duplizierte Polygon wurde vom Ausgangspolygon abgezogen)

    Wählt das große und das kleine Polygon nun zusammen aus und zieht das kleinere Polygon (das über dem größeren liegen muss, sonst funzioniert das "Abziehen" nicht wie erwartet!) vom großen ab, indem Ihr das Tastaturkürzel "STRG- -" oder im Menü den Eintrag "Pfad - Differenz" benutzt.


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    (Fig. 6 - der Kreis und das Polygon werden mittig zueinander ausgerichtet)

    Ich hab' den Kreis und das Polygon nun ausgewählt und dann per Tastaturkürzel "STRG-UMSCHALT-A" den Dialog zum Anordnen und Verteilen von Objekten aufgerufen. Dort wählte ich "Relativ zu: Auswahl" und habe die Objekte dann relativ zueinander vertikal und horizontal angeordnet. Ich habe das Polygon per Tastatur noch etwas hoch geschoben, zur Erklärung seht den folgenden Tipp.

    Tipp: verlasst euch nicht nur darauf, dass Inkscape schon die richtige vertikale oder horizontale Ausrichtung errechnet, sondern schaut Euch die Anordnung danach kritisch an, wie sie sich "anfühlt": sieht es für Euch "richtig" aus? Es gibt eine "mathematische Mitte" und eine "optische Mitte", die "optische Mitte" erscheint oft natürlicher als die "mathematische Mitte".


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    (Fig.7 - hier nochmals das Endprodukt, die Balken sind lediglich zur Verdeutlichung eingefügt)

    Wählt den Kreis und das Polygon zusammen aus, falls sie's noch nicht sind und zieht das Polygon (muss wieder über dem anderen Objekt liegen!) dann vom Kreis ab -> "STRG- -" oder im Menü unter "Pfad - Differenz".

    Das war's, vielleicht findet der Eine oder Andere ja Verwendung für die Anleitung, danke für die Aufmerksamkeit :^ )
  • fZapfZap März 2006
    Hallo ThP,

    vielen Dank für das Tutorial, ich habe aus einem Kreis einen Stern mit den Parametern (Ecken: 18 , Spitzenverhältnis: 0,687, Abrundung: 0,290) ausgestanzt. Dann habe ich einen gedrehtes Rechteck (orange) als "Durchdringungkörper" gemalt. Dazu muss man den Körper in Pfad umwandeln und dann in 2 Teile zerlegen in dem man den Pfad an bestimten Punkten aufschneidet und anschließend zerlegt.

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  • XanthXanth August 2006
    Hallo,

    kannst Du mir mal beschreiben wie Du diese Durchdringung gemacht hast?

    Sieht ja genial aus!

    Danke
    Xanth
  • fZapfZap August 2006
    Für die Durchdringung habe ich beim orangenen "Stab" im unteren Bereich an 4 Stellen den Knoten aufgetrennt dann das Objekt mittels "Objekt zerlegen" aufgetrennt, die Teilobjekte in der Ebene angepasst und die Knonten nachbearbeitet. Klingt kompliziert, ist aber sehr einfach und geht schnell.

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