Problem: Kontur und Füllung für Siebdruck trennen
  • rakudesain März 2013
    Hallo zusammen,

    ich habe im Laufe der letzten Monate viele Grafiken in Inkscape erstellt und würde einige davon nun gern mittels Siebdruck auf T-Shirts drucken. Das Problem ist nun, dass ich verschiedene Farben eines Objekts (sprich Füllung und Kontur) nicht vernünftig trennen kann, um sie für den Druck auf separate Folien zu drucken.

    Ein Beispiel: Ich habe einen Kreis mit schwarzer Kontur und blauer Füllung. Blende ich die Füllung aus, verbleibt die Kontur wie sie sein soll, das wäre also korrekt. Blende ich aber die Kontur aus, verbleibt nicht etwa nur der blaue Bereich, der sichtbar ist, wenn auch die Kontur da ist, sondern er wird größer... Würden Kontur und Füllung auf diese Weise auf zwei separate Folien gedruckt und anschließend übereinander gelegt, würden die Farbgrenzen von blau und schwarz nicht direkt und absolut passgenau aneinander liegen, wie gewünscht, sondern das blau würde das schwarz etwas überlagern. Das liegt wohl daran, dass eine Kontur sich in Inkscape anscheinend immer zu gleichen Teilen innen und außen verdickt (gemessen am echten Radius eines Kreises), statt nur "nach außen hin" dicker zu werden und die Innenfläche des Kreises dabei nicht zu überlagern.

    Einen Kreis mit schwarzer Kontur und ohne Füllung zu erstellen und auf einer zweiten Ebene einen blau befüllten Kreis ohne Kontur, der sich exakt in die leere Innenfläche des schwarzen einpasst, ist per Augenmaß natürlich kaum möglich. Dafür ist ja schließlich die Füllfunktion da und Ebenen zu überlagern mag in anderen Bereichen gut funktionieren, aber ich benötige es ja passgenau.

    Hat jemand eine Idee, wie ich meine mehrfarbigen Motive doch noch per Siebdruck aufs Shirt bringe? Im Prinzip habe ich alles gut durchdacht, die Elemente des Bildes lassen sich gut auf einzelne Folien separieren, bis auf das Kontur/Füllungsproblem. Kann man die sichtbare Füllung irgendwie exakt von der Kontur abtrennen? Geht das manuell oder vielleicht mit einem Plugin? Oder müsste ich die Farbtrennung dann irgendwie mit einem Pixelgrafikprogramm wie GIMP oder Photoshop vornehmen? Danke.

    Viele Grüße
  • PollyPolly März 2013
    So auf Anhieb wuesste ich jetzt auch nicht wie man das aendern kann aber du kannst vielleicht deine Formen mit dem Fuellwerkzeug ausfuellen. Dann sind sie genausogross wie die figur ohne Rand...Kommt drauf an wie kompliziert die Formen sind.
  • rakudesain März 2013
    Hallo Polly,

    danke für deine Antwort. Mit dem Füllwerkzeug zu arbeiten, wäre einen Versuch wert. Wie es scheint, wird aber auch hier die ganze Innenfläche eines Objekts, also über den verdickten Rand hinaus und bis zum Erreichen des "echten" Radius/Umgrenzungslinie eines Objekts gefüllt und dazu ist die Füllung noch unsauber. Das ist zumindest das Ergebnis erster Versuche, aber ich bin auch Anfänger. Damit weiter zu experimentieren, ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Vielen Dank nochmal für den Tipp.

    Ansonsten muss ich halt die Ebenen für den Druck in eine in der Größe passende Pixelgrafik umwandeln und dort in GIMP einzelne Farbbereiche markieren und löschen. Es wäre halt zu schön gewesen, einfach komplett fertige Ebenen in Inkscape zu kreieren und diese dann so wie sie sind, auf Folien zu drucken. Aber man kann nicht alles haben und der Umweg über GIMP lässt sich wohl noch verkraften.

    Ich habe ja meine Motive nun schon fertig und kann/möchte die nicht
    mehr von Grund auf neu aufbauen. Bei einem neuen Design könnte man
    natürlich von Anfang an versuchen, anders vorzugehen und Innenflächen darstellen,
    indem man z.B. eine Form ohne Rand erstellt und den "Rand" dann, indem man
    die Form dupliziert, auf die Ebene darunter legt, etwas vergrößert und
    die obere Form aus der unteren "ausstanzt". Vielleicht kann das gut
    klappen, vielleicht kann es aber auch kompliziert und ungenau werden,
    das müsste man probieren.

    Viele Grüße
  • forestgreenforestgreen März 2013
    Wenn deine Motive nicht sehr komplex sind (begrenzte Anzahl von verschiedenen Farben), dann könntest du auch mal folgenden Workaround probieren:
    • Selektiere die Objekte, die du für den Siebdruck vorbereiten möchtest.
    • Erstelle eine Bitmap-Kopie (Alt+B).
    • Trace diese Bitmap-Kopie mit folgenden Einstellungen: Scans=n+1 (n=Anzahl der verwendeten Farben, +1 für Hintergrundfarbe), Smooth=ja, Stack Scans=nein).
    Das Ergebnis ist eine Gruppe von Pfaden, die ziemlich exakt aneinanderpassen (*). Den Hintergrundpfad (weiss) kannst du ggfs. löschen. Die anderen Pfad-Objekte sollten die Lösung deines Problems darstellen.

    (*) Noch ein Hinweis: da die Funktion Bitmap erstellen offenbar immer mit 90 dpi ausgeführt wird, sollten deine Ausgangsobjekte ca. 100-200% der Grösse des Ausdruckes auf dem T-Shirt entsprechen, sonst könnte der Genauigkeitsverlust durch das Bitmapisieren und anschliessende Vektorisieren durch Lichtspalte oder Überlappungen sichtbar werden.

    Probier's mal aus, und natürlich bin ich neugierig, ob es dein Problem löst. ;;)

    Viele Grüße, Christian (forestgreen)
  • rakudesain März 2013
    Hi Christian,

    danke für deine Antwort, das klingt sehr gut :) Ich scheitere aber gerade an diesem Punkt:

    Trace diese Bitmap-Kopie mit folgenden Einstellungen: Colours=n+1
    (n=Anzahl der verwendeten Farben, +1 für Hintergrundfarbe), Smooth=ja,
    Stack Scans=nein).

    Trace? Wie genau und wo muss ich da vorgehen? Tut mir leid, ist wahrscheinlich eine dumme Anfängerfrage.

    Viele Grüße
  • forestgreenforestgreen März 2013
    Kein Problem:
    Objekt(e) selektieren, dann Path - Trace Bitmap wählen.
    Ich habe im Optionen-Panel folgende Einstellungen vorgenommen:
    Scans: Anzahl der Farben im Motiv + 1 (für Hintergrund)
    (bei meinem Beispiel waren es nur 2 Farben, deshalb 2+1=3)
    image

    (Ich habe mit meinem Sohn zusammen als Hobby auch erst vor Kurzem mit dem Siebdrucken auf Stoff begonnen. Da haben wir auch eine Menge herumprobiert und Foren gelesen, bis wir zufriedenstellende Ergebnisse erzielen konnten. Bin froh, wenn ich helfen kann.)
  • rakudesain März 2013
    Wow, das klappt ja super! Vielen Dank für die extra Erklärung und deine Hilfe. Die Umwandlung zu Bitmap und eine Revektorisierung ist echt eine sehr gute Idee :) Das mit den 90dpi werde ich natürlich beachten müssen, aber unterm Strich werde ich damit sehr gut arbeiten können denke ich. Dir einen schönen Tag noch.

    Viele Grüße

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