Export nach EPS erzeugt Bitmaps
  • pollo Juni 2017
    Hallo,

    für einen Lasercutter, der mit Corel bedient wird, muss ich eine Inkscape-Datei nach EPS konvertieren. In der Datei habe ich einige Bitmaps, die Schneidlinien sind aber Vektorgrafiken.
    Seit gestern exportiert Inkscape die gesamte Grafik nach EPS nur als 1 Bitmap. Vorher konnte ich in der exportierten Datei beim testweisen Re-Import die Vektorlinien einzeln markieren und bearbeiten.
    Hat jemand eine Idee, was ich möglicherweise irgendwo umgestellt habe?

    Ubuntu 16.4 und Inkscape 0.91
  • Moini Juni 2017
    Hast Du vielleicht versehentlich einen Filter hinzugefügt? Z.B. Unschärfe?
    Vielleicht kannst Du die Datei ja mal zu einem Filehoster hochladen, und uns einen Link schicken, dann können wir genauer gucken. Mach auch gerne einen Screenshot von den Exportoptionen, die Du ausgewählt hast.
  • pollo Juni 2017
    Eine aus Datenschutzgründen veränderte Datei (Bilder gelöscht) ist hier:

    https://d2-hs.dynv6.net/s/Ed9pNNPGpYLhkoy

    Das Passwort ist "inkscape" ohne Anführungszeichen.

    Die (RGB-) roten 0,05mm-Linien sind die Laser-Schneidlinien. Blaue werden leicht eingeschnitten zum Falzen.
    Damit Corel Draw für die Steuerung des Lasers die Linien versteht, müssen die vektorisiert sein. Leider werden die beim Export als EPS mit allen anderen Objekten zu einer Bitmap vermischt. Die svg-Datei versteht Corel nicht.

    Ich exportiere, in dem ich in Inkscape "Datei-Kopie speichern" auswähle und dann Encapsulated Postscript als Format. In der Optionen-Box, die dann erscheint, ist "Texte in Pfade umwandeln" und "Filtereffekte in Raster umwandeln" markiert, dpi auf 180 und "Seitengröße vom Dokument nutzen" und sonst nichts.
    Den Filter brauche ich für die Übergänge der hellblauen Felder. Der war aber von Anfang an dabei, auch in der ersten Testdatei, deren Laserschnitt funktioniert hat.

    Die Schnittlinien habe ich in einer aktuellen Version verbessert (mit Wacom-Tablett und Stift sowie Glättungs-Funktion. Der Bitmap- statt Vektor-Export trifft jetzt aber für alle, auch die alten Dateien zu, die zunächst funktioniert haben.

    Als wenn irgend welche Bibliotheken verändert wurden.
  • Moini Juni 2017
    Zum Schneiden brauchst Du doch die dekorativen Filter nicht, oder?
    Entferne mal das Häkchen bei 'Filtereffekte in Raster umwandeln', dann geht Dir zwar die Unschärfe verloren, aber das ist vermutlich auch nicht wichtig - im Notfall musst Du Dir das Bild in Corel neu zusammenbauen, falls Du irgendein Gerät hast, das gleichzeitig druckt und schneided.

    Das EPS-Format unterstützt keine Filter (zumindest der Export dahin tut es nicht). Entweder, die gefilterten Bereiche werden als Bitmaps mit eingeschlossen, oder aber die Filter werden für den Export entfernt.
  • pollo Juni 2017
    Hab' kein Corel - nicht mal Windows ;)
    Die Datei geht an einen Dienstleister. Corel hat sich wohl als Standard für Lasercutter durchgesetzt und neben cdr sind eps und pdf die einzigen Formate, die der Dienstleister akzeptiert. Motiv (die Grafik) und die Schneidlinien müssen eigentlich in derselben Datei sein und eps scheint keine Layer zu akzeptieren. Meine aktuelle Idee ist, die Grafik vollständig in Gimp zusammen zu bauen, die dann in Inkscape zu importieren und nur noch die Schneidlinien hinzuzufügen. Damit würde ich die Inkscape-Filter umgehen.
    Allerdings endete mein erster Testversuch dann ebenfalls in einer exportierten Bitmap, trotz entferntem Filtereffekte-Häkchen beim Export.
    Ich habe allerdings den Verdacht, dass die Bitmap vielleicht erst beim Re-Import der eps in Inkscape erzeugt wird (der Re-Import ist mein einzig möglicher Test). Inkscape verwendet doch Cairo, oder? Die Bibliothek ist meiner Erinnerung nach vor kurzem in Ubuntu upgedatet worden. Vielleicht funktioniert die jetzt anders? Corel kann ich leider nicht selbst ausprobieren. Adobe Illustrator importiert einen pdf-Export zwar so, dass die Schneidlinien getrennt als Vektor editierbar sind, aber andere Teile der Datei fehlen dann. Merkwürdiger Weise kann Adobe Reader aber die Datei korrekt darstellen (ein Freund mit Windows und der Creative Cloud hat das für mich ausprobiert. Jemanden mit Corel kenne ich nicht).
    Wenn ich nicht dringend eine Lösung bräuchte, würde ich mir sogar einen (gebrauchten) Rechner mit Windows und Corel kaufen.
    Ärgerlich ist, dass der Hersteller des Lasercutters sogar eine Beschreibung und ein Plug-In für Inkscape hat, mit dem der Laser auch von Inkscape aus angesprochen werden kann. Auf so ein Experiment will sich der Dienstleister aber nicht einlassen.
  • Moini Juni 2017
    Du kannst Dir die Datei auch in Inkscape zusammenbauen - alle Objekte mit Filtern, Transparenzen oder Gradienten (nichts davon wird von EPS unterstützt) wandelst Du dafür in Bitmaps um. Am besten erstellst Du Dir dafür eine Gruppe mit einem weißen Rechteck zuunterst. Dann wandelst Du die Dekoobjekte in entsprechender Auflösung in Bitmaps um. Dann packst Du die Vektorpfade obendrauf.

    Die Auflösung dafür kannst Du in den Einstellungen einstellen (Bearbeiten -> Einstellungen -> Bitmaps). Die Objekte wandelst Du um mit Bearbeiten -> Bitmap-Kopie erstellen.

    Getestet, funktioniert. Hilfreicher Artikel: http://blog.linuxgrrl.com/2013/08/12/how-to-produce-vector-eps-with-cmyk-color-using-free-software/

  • pollo Juni 2017
    moin moini,

    Aus irgend einem Grund exportiert Inkscape bei mir nur noch Bitmaps. Egal, ob PS, EPS oder PDF.
    Nach Deiner Vorgabe habe ich aus allen nicht-Vektor-Objekten mit unterlegtem weißen Rechteck eine einzige Bitmap erstellt. Dann im neuen Layer die Schneidlinien als Vektoren. Als SVG gespeichert.
    Dann exportiert. Vorsichtshalber habe ich mir zum Test einen Windows 7-PC gebaut und die 16-Tage-Trial-Version von Corel angetan. Egal mit welcher Format-Endung, es kommt in Corel immer eine Bitmap an. Selbst wenn ich die Schneidlinien, die ich ohnehin in einem eigenen Layer habe, allein exportiere, erhalte ich eine Bitmap. Es sieht so aus, als habe sich in meinem Inkscape der Bitmap-Export fest eingerastet.

    Aus Verzweiflung habe ich schon angefangen, das ganze Projekt direkt in Corel nachzubauen. Aber: nicht nur finde ich die Werkzeuge nicht, außerdem hängt sich das Programm ständig auf. Mittlerweile speichere ich nach jeder Einzelaktion erst einmal, bevor ich weiterarbeite.
  • Kannst Du ganz kurz Schritt für Schritt schildern wie genau Du "exportierst"?

    Gruß
    Frank
  • pollo Juni 2017
    Moin Frank.

    Als aktuellen Startpunkt habe ich eine SVG-Datei mit zwei Layern. Der erste Layer enthält die "Dekoobjekte", der zweite die Schneidlinien. Diesen Layer habe ich zunächst ausgeblendet ("Auge geschlossen").
    Nun habe ich nach moinis Vorschlag dem ersten Layer ein Rechteck hinzugefügt, weiß gefüllt, ohne Kontur, in der Größe des gesamten Werks (A3). Die weiße Fläche habe ich per <Objekt-Nach unten absenken> in den Hintergrund gestellt.
    Nächster Schritt: <Bearbeiten-Alles auswählen>, <Bearbeiten-Bitmap-Kopie erstellen>. Die Zwischenablage bleibt leer, wo ich zunächst die Kopievermutet hatte. Stattdessen erscheint nach einiger Zeit eine png-Datei in demselben Verzeichnis, in dem die Original-Datei liegt.
    Nun erstelle ich eine neue svg im A3-Format und importiere die Bitmap. Speichere ich nun testweise mit <Datei-speichern unter> als EPS, so erhalte ich ein Postscript-Gerüst mit eingebundener Bitmap.
    Im nächsten Schritt zeichne ich in der neuen Ebene 2 mit dem "Bleistift" die Schneidelinien. Die rechteckigen Formen ziehe ich mit der Maus nach, die unregelmäßigen Umrisse mit einem Wacom-Stift (kann man die Umrisse eigentlich automatisch erzeugen und als Vektor-Linie formatieren? Die Personen auf dem Photo sind bereits freigestellt). Die Linien sind einzeln anwählbar und deren Strichstärke und Kontur ist formatierbar. Ich habe sie ohne Füllung in 0,2 mm RGB-rot formatiert - so die Vorgabe des Cutter-Herstellers.

    Nun speichere ich die sichtbaren 2 Ebenen als Kopie mit <Datei-Kopie speichern> und Auswahl EPS. Eine Optionen-Box poppt auf, die ich so beantworte: alle Optionen aus, Raster-Auflösung steht auf 300dpi, Seitengröße vom Dokument nutzen, Beschnitt 0,0, keine Einschränkung per Objekt-ID (das Feld bleibt leer).

    Ergebnis nach dem Import der EPS in Corel: eine Bitmap, in der die Schneidlinien nicht mehr auswählbar sind.

    Mittlerweile ist es mir gelungen, das Projekt in Corel zu erzeugen. Die Datei liegt beim Dienstleister und ich warte auf die Rückmeldung, ob sie funktioniert. Leider habe ich die Deadline für das Projekt schon überschritten - ich dachte vorher nicht, dass es so viele Fallen für so eine eigentlich leichte Aufgabe gibt.

    Wenn ich Zeit habe, werde ich den Workflow mit einem frischen Linux und neu installiertem Inkscape noch mal wiederholen. Vielleicht ist Cairo bei mir nicht mehr stabil.

    Demnächst suche ich einen Lasercutter-Dienstleister, der Inkscape-Dateien direkt verarbeiten kann. Dann teste ich den Workflow aus und beschreibe den. Vielleicht findet der unter "Tutorials" dann Interesse.
  • Ich stolpere schon am 2.Absatz: Die Bitmap-Kopie (ich weiß nicht wofür Du die brauchst) liegt an Ort+Stelle über dem Vektor-Original. Ist Dir das klar?

    Gruß
    Frank


  • pollo Juni 2017
    Hallo Frank.

    1. Nein, das wusste ich nicht. Ich wüsste auch nicht, woran man das erkennen kann.
    2. Die Bitmap-Kopie soll "alle Objekte mit Filtern, Transparenzen oder Gradienten" (moini hier im Thread), die von EPS nicht unterstützt werden, als eine einzige Bitmap enthalten. Mit Ausnahme der Schneidlinien, die als Vektoren gespeichert werden sollen
    Die Filter stehen im Verdacht, dass sie - da in EPS nicht darstellbar - beim Speichern als EPS dafür sorgen, dass automatisch alles komplett gerastert wird, inklusive der Schneidlinien. Habe ich alle Dekorationsobjekte bereits als fertiges Bitmap, muss ich beim Export (Speichern unter ...) nicht mehr "Filtereffekte in Raster umwandeln" markieren. So die Idee.
  • Ich habs mal nachgestellt. Vektorgrafik - davon Bitmap-Kopie erstellt - nach hinten gestellt und von der Vektorgrafik nur die Kontur mit 0.2mm Stärke gelassen. Nach "eps" gespeichert erhalte ich auch nur Rastergrafiken.
    Nach PDF gespeichert finde ich es so vor: Image plus Zeichenpfade hübsch übereinander.
    Ich weiß wirklich nicht warum jemand noch mit dem antiken EPS-Format arbeitet - liegt wahrscheinlich an alter nicht amortiesierter Hardware.
    Du kannst gerne eine eine "erlaubte" Beispieldatei zur Verfügung stellen und ich bereite die mal auf und Du guckst ob die funktioniert.

    Gruß
    Frank
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