Umwandlung einer Inkscape-Datei in CMYK
  • sbfy333 März 6
    Guten Tag,

    ich wollte mich mal erkundigen, wie ihr dabei vorgeht, wenn ihr eine Datei, die ihr mit Inksape erstellt habt, für den Druck vorbereitet. Ich habe das Problem, dass meine Druckerei eine PDF im CMYK-Farbmodus haben möchte (was ja auch logisch ist), aber mit Inkscape - soweit ich weiß - das Konvertieren in CMYK nicht möglich ist. Stattdessen habe ich dafür den PDF24-Creator benutzt. Das Ergebnis: Die Farben sehen nun teilweise ganz anders aus. Meine Frage: Was kann ich tun, damit meine Inkscape-Datei nach der Konvertierung in CMYK farblich unverändert bleibt? In Inkscape gibt es ja auch eine CMYK-Farbpalette. Hilft mir die irgendwie weiter?

    Viele Grüße
    sbfy
  • Moini März 6
    - Was für ein Programm verwendest Du, um die CMYK-PDF-Datei anzugucken? Beherrscht dieses Programm überhaupt die Anzeige unter Beachtung von Farbprofilen?

    - Es scheint Dir ja nur so mäßig auf Farbtreue anzukommen. Bietet die Druckerei auch eine automatische Umwandlung an?

    - Hast Du bei Deiner Umwandlung auch das Farbprofil, das die Druckerei wünscht, berücksichtigt?

    - Ist Dein Monitor kalibriert? Ansonsten ist das mit dem Beurteilen der Farbtreue ohnehin eher nicht so sinnvoll.

    - Enthalten Deine Inkscape-Dateien Filter (z.B. Unschärfe) oder irgendwelche Besonderheiten (Fließtext o.ä.), die beim Importieren in Scribus Probleme machen könnten?
  • sbfy333 März 6
    Hallo Moini!

    - Ich benutze zur PDF-Anzeige den Foxit Reader und Edge. In Edge sehen die Farben noch "schlimmer" aus als im Foxit Reader. Ob die Programme die Anzeige unter Beachtung von Farbprofilen berücksichtigen, da bin ich überfragt. Welches Programm würdest du denn empfehlen?

    - Wie kommst du darauf, dass es mir nur so mäßig auf Farbtreue ankommt? Eine automatische Umwandlung bietet die Druckerei so weit ich weiß nicht an. Ich lade halt die Datei hoch, die wird daraufhin automatisch geprüft und anschließend erhalte ich folgenden Hinweis: "Ihre Druckdaten enthalten entweder RGB- oder Lab-Farbräume. Für den Druck Ihres Auftrages benötigen wir jedoch Daten im CMYK-Farbraum. Damit es beim Druck nicht zu Farbabweichungen/Fehlinterpretationen kommt, bitten wir Sie, Ihre Daten zu korrigieren."

    - Die Druckerei will das "ISO Coated V2 300% (ECI)" Farbprofil. Das hab ich mit der Inkscape-Datei verknüpft.

    - Kalibriert hab ich den Monitor.

    - Den Import in Scribus hab ich gestern schon ausprobiert. Dabei werden jedoch viele Elemente verschoben oder sind gar nicht mehr vorhanden.
  • Moini März 7
    Hallo,

    ich glaube, in diesem Fall würde ich tatsächlich für Windows den Adobe Reader empfehlen, so sehr es mir auch wehtut, das hier zu schreiben - aber das ist das einzige Programm, von dem ich sicher weiß, dass es das unterstützen müsste. Bei den andren beiden müsstest Du Dich selbst schlau machen.

    Ich selbst verwende Linux, und nehme okular oder evince, bei beiden scheint das zu klappen.

    :-/ Sorry, ja, ich nahm das einfach an, weil Du einfach irgendwelche Online-Tools verwendest, nur grob von 'CMYK' sprachst, und die Druckerei offenbar das Hemmnis war.

    Einige Online-Druckereien (offenbar Flyeralarm nicht) übernehmen die Konversion zu CMYK automatisch (z.B. wirmachendruck.de).

    Welche Scribus-Version verwendest Du? In der 1.5er-Serie wurden viele derartige Probleme repariert.

    Text musst Du - falls er Fließtext ist - vorher in Text umwandeln. Dazu auswählen, dann Text > In Text umwandeln klicken. Falls Du zu bestimmten Elementen mehr Hilfe brauchst, hilft nur die (ggf. abgespeckte) SVG-Datei, die Du von einem Kommentar hier verlinkst (hochladen geht nicht).
  • Als Format für die Druckvorstufe wird von den Druckereien häufig das PDF/X-3 Format von 2002 gefordert. Das geht etwas über eine reine Umwandlung des Farbraums von RGB nach CMYK hinaus.


    Die Umwandlung einer mit Inkscape erstellten Datei in ein gültiges PDF/X-3 Format ist kein Problem. Es liegen inzwischen mehreren Druckergebnissen vor, die in der Farbqualität sogar besser ausgefallen
    sind als mit dem Adobe Distiller 8.


    Voraussetzungen beim Erstellen der Datei in Inkscape


    • Nur *.svg Dateien einbetten
    • Bei Bitmapdateien nur solche ohne Transparenzen (ohne α-Kanal), am besten tiff oder notfalls jpg Format einbetten.
    • Bei png-Dateien mit α-Kanal und transparenten Hintergrund in tif-Datei ohne α-Kanal konvertieren, in Inkscape importieren, dort freistellen und als svg speichern.
      Dann gibt es wegen des dann transparenten HG keine Probleme.
    • Text in Pfade umwandeln

    Die so erstellte Inkscape-svg Datei muss nun als Postscript-Datei (*.ps) gespeichert werden.


    Zur Umwandlung in das PDF/X-3 Format habe ich Ghostscript 9.26 benutzt.
    Dazu musste zunächst die Konfigurationsdatei PDFX_def.ps erstellt werden.


    Die sieht bei mir so aus:


    --- Beginn ---


    %!

    % This is a sample prefix file for creating a PDF/X-3 document.

    % Feel free to modify entries marked with "Customize".


    % This assumes an ICC profile to reside in the file (ISO Coated sb.icc),

    % unless the user modifies the corresponding line below.


    systemdict /ProcessColorModel known {
      systemdict /ProcessColorModel get dup /DeviceGray ne exch /DeviceCMYK ne and

    } {

      true

    } ifelse

    { (ERROR: ProcessColorModel must be /DeviceGray or DeviceCMYK.)=

    nbsp; /ProcessColorModel cvx /rangecheck signalerror

    } if

    % Define entries to the document Info dictionary :


    /ICCProfile (ISOcoated_v2_eci.icc) def  % Customize or remove.


    [ /GTS_PDFXVersion (PDF/X-3:2002) % Must be so (the standard requires).
      /Title (Title)                  % Customize.

      /Trapped /False                 % Must be so (Ghostscript doesn't provide other).

      /DOCINFO pdfmark


    % Define an ICC profile :


    currentdict /ICCProfile known {

      [/_objdef {icc_PDFX} /type /stream /OBJ pdfmark

      [{icc_PDFX} <</N systemdict /ProcessColorModel get /DeviceGray eq {1} {4} ifelse >> /PUT pdfmark

      [{icc_PDFX} ICCProfile (r) file /PUT pdfmark

    } if


    % Define the output intent dictionary :


    [/_objdef {OutputIntent_PDFX} /type /dict /OBJ pdfmark

    [{OutputIntent_PDFX} <<

      /Type /OutputIntent              % Must be so (the standard requires).

      /S /GTS_PDFX                     % Must be so (the standard requires).

      /OutputCondition (custom) % Customize
      /Info (none)                     % Customize

      /OutputConditionIdentifier (CGATS TR001)      % Customize

      /RegistryName (http://www.color.org)   % Must be so (the standard requires).

      currentdict /ICCProfile known {

        /DestOutputProfile {icc_PDFX}  % Must be so (see above).

      } if

    >> /PUT pdfmark

    [{Catalog} <</OutputIntents [ {OutputIntent_PDFX} ]>> /PUT pdfmark


    --- Ende ---


    Es ist nur in Zeile 19 die gewünschte icc Datei einzusetzen, also ISOcoated<irgendwas>.icc für beschichtestes Papier oder weiße Folie und ISOnewspaper<irgendwas>.icc für Zeitungsdruck (z.B. Tageszeitung).


    Im Testverzeichnis sollen folgende Dateien liegen:


    • input.ps als RGB-Ausgangsdatei
    • die für die Umwandlung in CMYK benötigte ISOcoated_v2_eci.icc (in diesem Beispiel)
    • das RGB-Ausgangsprofil sRGB_v4_ICC_preference.icc (in diesem Beispiel) der Datei input.ps
    • die o.g. PDFX_def.ps

    Dann in der Konsole in das Verzeichnis wechseln:


    $ cd Testverzeichnis


    und mit Ghostscript die RGB Datei in eine PDF/X-3 CMYK Datei konvertieren:


    $ gs -dPDFX -sDEVICE=pdfwrite -dBATCH -dNOPAUSE -sProcessColorModel=DeviceCMYK -dColorConversionStrategy=/CMYK -sDefaultRGBProfile=sRGB_v4_ICC_preference.icc -dOverrideICC=true
    -sOutputICCProfile=ISOcoated_v2_eci.icc -dBlackPtComp=1 -dRenderIntent=0 -sOutputFile=output.pdf PDFX_def.ps input.ps


    Die einzelnen Optionen der Umwandlung können hier bei artifex.com nachgelesen werden.


    Die so erstellte PDF/X-3 Datei habe ich erfolgreich im Adobe Acrobar 8 mit dem Preflight auf die Kompatibilität mit der PDF/X-3 Norm getestet!


    Hoffe, es war hilfreich.

  • Moini März 10
    Komplex - und noch als Anmerkung: Ich glaube, das ist eine .bat-Datei für Windows.

    Ich importiere immer nur in Scribus, stelle dort die Ausgabebedingungen korrekt ein, und wähle dann aus, dass das ganze 'zum Drucken' exportiert werden soll.

    Das Dumme ist, dass pdf/X-3 erlaubt, sowohl RGB- als auch CMYK-Daten zu mischen, die Druckereien aber nur CMYK-Daten drinhaben wollen... Das letzte Mal habe ich einfach pdf/X-1 genommen, hat sich keiner beschwert...

    Der Trick mit den Ausschneidepfaden für Transparenz ist nicht schlecht. Ich habe mir die Mühe gemacht (z.B. für Druck auf farbigen T-Shirts) die Randfarbe der T-Shirtfarbe anzugleichen, um Stufeneffekte zu vermeiden und keinen weißen Rand zu bekommen (weiß wird unten drunter gedruckt). Wäre bei der Auflösung vermutlich nicht notwendig gewesen...
  • Das Ganze fand in Linux statt und Ghostscript wurde im Terminal ausgeführt.


    Korrekte PDF/X-3 Dateien müssen im CMYK-Farbraum vorliegen, können aber für die Bildschirmanzeige auch RGB-Profile eingebettet haben.


  • Moini März 12
    Ah, das ist also so eine Art Ghostscript-Scripting-Sprache? Ich konnte das obige nicht einordnen.

    Das mit den PDF/X-3-Dateien hatte ich immer anders interpretiert. Ich habe keinen Zugang zur echten Spezifikation, aber in vielen anderen Dokumenten nachgelesen, und das immer so verstanden, dass beides erlaubt ist, solange man das entsprechende Farbprofil dazupackt - wie auch hier, z.B.: http://www.colorlogic.de/Seiten/Download/2013_04_Einfuehrung_Farbmanagement_mit_PDF_DE.pdf (S. 7) oder hier: https://www.prepressure.com/pdf/basics/pdfx-3 - beschrieben.

    Bist Du Dir ganz sicher, mechanicus?
  • Das Ganze ist zugegebenrmaßen recht unübersichtlich.Bei meinen Versuchen mit RGB-Dateien meckkerte jedenfalls Acrobat pro Preflight den Farbraum an und verlangte CMYK.
  • Moini März 14
    Scribus meckert es nicht an, soweit ich mich erinnere. Aber das ist schon lange her, bin mir nicht 100% sicher.

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